Vier Puppen vor Kulisse

Synopsis

Klit wünscht sich nichts sehnlicher als gesehen zu werden. Der unterschätzte Schwellkörper möchte auch einmal in den Genuss jenen Glamours kommen, mit dem sich die diesjährige Pussi Award-Gewinnerin rühmen kann. Spürt Klit etwa Pussineid auf das süße Kätzchen? Allein steht Klit jedenfalls nicht im Schatten, denn es herrscht Beschäftigungslosigkeit unter den Lustorganen. Das verdächtig penisfokussierte Arbeitsamt ruft ausgerechnet dann zur Maßnahme, als Klit eine Einladung zum empowernden, hormonanregenden Ballroom-Event erhält. Vielleicht kann Prostata aushelfen?

AM ANFANG WAR DIE KLIT changiert zwischen realem Puppentrickfilm und zweidimensionaler Animation, Szenen in- und außerhalb einer organ- und nervenfreundlichen Körper-WG. Klit, Prostata, Rückenmark und die beiden Gehirnhälften leben dort nicht nur in kuscheliger Hormonie miteinander, sondern haben, wenn sie gerade keine in Botenstoff-Cocktails getauchte WG-Party feiern, durchaus ihre individuellen Baustellen. Kommunikationsexperte Rücken-Mark chattet mit anderen Organen und Sinnen, während Hirn ständig auf der Couch (psycho)analysieren muss und immer wieder von dem kulturgeschichtlichen Fokus auf steife phallische Schwellkörper vereinnahmt wird. Kein Wunder, so scheinen Klit und Prostata nicht mal im aktuellen Schulbuch auf. Diese entsetzliche Entdeckung steht gerade erst am Beginn einer Politisierung der quirligen Drüse – bevor es vom Scheideweg direkt in den Straßenprotest geht: Viva la vulvina! My voice, my choice!

In rasantem Schlagabtausch, mit detailverliebten Wortspielen und Ausstattungsmerkmalen regt AM ANFANG WAR DIE KLIT nicht nur das Zwerchfell, sondern auch die Hirnlappen des Publikums an. Anatomie und Funktionsweisen der einzelnen Körperteile prägen sich beim Zuschauen ein und lassen keine Zweifel darüber, dass die Lustlosigkeit von Klit in direktem Zusammenhang mit der Hartnäckigkeit des Patriarchats steht. Klit und ihre bunten friends waren immer schon da, es wird Zeit sie in ihrem vollen Potenzial zu begreifen und erstrahlen zu lassen. (Bianca Jasmina Rauch)

Credits

Puppenspieler*innen & Sprecher*innen
Friederike Alphei, Wiebke Alphei,
Frieder Miller, Nathalie Wendt

Buch/Regie/Montage Alex Gerbaulet & Betti Hohorst
Bildgestaltung Jenny Lou Ziegel
Set Design Paula Meuthen
Puppen/Illustartion Betti Hohorst
Animation cylixe
Grafiken Mirko Winkel
Musik/Sound Design Katharina Pelosi
Kinomischung Simon Bastian

Produzentin Caroline Kirberg
Redakteurin Catherine Colas
Herstellungsleitung Saehee Hwang
Produktionsleitung Konstanze Winter

Oberbeleuchter Markus Koob
Kameraassistent Matthias Börner
Kulissenbau Alexandra Lebus
Beratung Drehbuch Nathalie Wendt
Beratung Animation Mayan Printz
Beratung Puppenbau Pauline Drüwert, Ingo Mewes
Assistenz Kulissenbau Guido Ben Shimon
Assistenz Puppenbau Anton Kurt Krause
Assistenz Schnittvorbereitung Teresa Miraha

Sprachaufnahmen/Foleys Oliver Brod
Color Grading/Mastering Domingo Stephan
Titel Design Lola Stambula
Übersetzung Melanie Brazzell

Drehort 
Medienwerkstatt des bbk berlin
Dank an Ilka Forst, Jo Zahn und Team

Postproduktionsstudio Ton 
Zeigermann_Audio GmbH
Postproduktionsstudio Bild
wave-line GmbH

produziert von pong film
in Zusammenarbeit mit ZDF/ARTE
Entwicklung gefördert von
Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Unterstützt von
Zeigermann_Audio GmbH
Produktion gefördert von
BKM, MBB, maecenia Stiftung

Kontakt Produktion pong
Caroline Kirberg
kirberg(at)pong-berlin.de

Visuals